Imame Frankfurt

Stellungnahme zum Attentat in Frankreich vom Rat der Gelehrten und Imame in Deutschland (RIGD)

Stellungnahme vom 08.01.2015 vom Rat der Gelehrten und Imame in Deutschland (RIGD) zu dem Terroranschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris

In tiefster Trauer, Sorge, Schock und Schmerz haben wir die Nachricht vom Terroranschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ gehört, bei dem zahlreiche Unschuldige getötet beziehungsweise verletzt wurden. Wir lehnen dieses Vorgehen vehement ab und verurteilen es aufs Schärfste und möchten Folgendes klarstellen:

1. Was geschehen ist, wird von der Religion des Islam, dem Verstand und der natürlichen Anlage des Menschen abgelehnt. Eine Rechtfertigung und Unterstützung dieser Gräueltaten oder ein Ausdruck der Freude über deren Ausgang ist keinesfalls erlaubt, ganz gleich, wer der Mörder oder das Opfer ist. Die Würde, das Leben und das Vermögen von Nichtmuslimen werden durch die Texte des Qurans und der Sunnah (Handlungsweise des Propheten) ausdrücklich geschützt.

2. Die Politik und Medien sollten die Muslime nicht unter Generalverdacht stellen. Die Allgemeinheit der Muslime ist gegen diese Verbrechen. Die Muslime Europas spielen eine tragende Rolle in der Gewährung des sozialen Friedens.

3. Wir rufen die islamischen Institutionen und Einrichtungen dazu auf, dieses Verbrechen abzulehnen und zu verurteilen. Darüber hinaus rufen wir alle Muslime zur friedlichen Teilnahme an allen Protestveranstaltungen auf, denn die Muslime sind ein Teil der europäischen Gesellschaft – sie haben Teil an ihrer Freude sowie an ihrem Schmerz.

4. Wir rufen die Imame und Prediger dazu auf, in religiöser Tracht und Turban an Protestdemonstrationen teilzunehmen. Weiterhin rufen wir dazu auf, die morgige Freitagspredigt oder einen Teil davon dem Diskurs über die Rolle der Muslime hinsichtlich der Gewährung des gesellschaftlichen Friedens zu widmen, und die Muslime davor zu warnen, sich auf irgendwelche Provokationen einzulassen. Sollte es zu einer Provokation oder Diskriminierung kommen, so sollte man ihr rein rechtlich begegnen oder im Rahmen der Kunst- und Meinungsfreiheit.

5. Schließlich sprechen wir den Opfern und deren Angehörigen unser tiefstes Beileid aus und beten für eine schnelle Heilung und Genesung der Verletzten. Wir bitten Allah, den Erhabenen, dass Er den Muslimen in Europa beisteht, und dass Er Frankreich, Deutschland, das gesamte Europa und alle anderen Länder in Sicherheit, Ordnung, Frieden und Wohlstand leben lässt.

Rat der Gelehrten und Imame in Deutschland

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