Das IIB als Gründungsmitglied des ZMD-Jugendverband

Gründungsmitglied des ZMD-Jugendverband

Am Samstag, den 19. September 2015 wurde in Köln ein eigener ZMD – Jugendverband gegründet. An der Gründungsveranstaltung nahm auch das IIb, vertreten durch den Vorsitzenden Herr Jaoid Darsane und seinen Stellvertreter Arthur Immel, teil.

 

 

Die Gesellschaft hat ein Recht auf Fragen – Interview mit dem Hanauer Bote

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+++ Jaoid Darsane und Jascha Lindner vom Islamischen Beratungs- und Begegnungszentrum im Bote-Gespräch: „Die Gesellschaft hat ein Recht auf Fragen“ +++

Hanau. Der Glauben, das ist, worin Menschen Kraft und Stärke finden. Doch mitunter kann er auch eine Herausforderung sein, dann zum Beispiel, wenn die eigene Religion durch radikale Fanatiker in den Schmutz gezogen wird. Zugleich ist der Terror unter Berufung auf den Islam fruchtbarer Boden für Ressentiments gegenüber einer ganzen Glaubensgemeinschaft und Wasser auf die Mühlen derjenigen, die sich berufen fühlen, das Abendland mit populistischen Hetzparolen zu „verteidigen“. Der Islam hat ein Imageproblem, und es ist eine große und zugleich schwierige Aufgabe für die überwiegende Mehrzahl der friedliebenden Muslime, die Scherben aufzusammeln, die eine Gruppe von Fanatikern hinterlassen hat. Denn wenngleich diese Scherben schnell zusammengekehrt sind, hinterlassen sie doch tiefe Schnitte im Fleisch der Gesellschaft, Schnitte, die nur sehr langsam verheilen. Und selbst dann bleiben Narben zurück. Es ist angesichts der insgesamt etwa 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt ein minimaler Anteil, der einen barbarischen Krieg gegen alle die führt, die sich der eigenen Ideologie nicht anschließen wollen. Wenige, die aber viel zerstören können – wenn man sie lässt. Es ist die Gesellschaft, es sind wir, die die Verantwortung dafür tragen, dass eben das nicht geschieht. Dazu gehört es, in Dialog zu treten, Fragen, auch unbequeme, zu stellen, und Antworten zu suchen. Jaoid Darsane ist mit dem muslimischen Glauben aufgewachsen, Jascha Lindner kommt aus einem protestantischen Elternhaus und konvertierte 1997 zum Islam. Beide sind Mitbegründer der Moscheegemeinde Islamisches Informations- und Begegnungszentrum Hanau (www.iibev.de) und sprechen im Interview über die Angst vor dem Terror, verstaubte Ansichten und die Verantwortung der Muslime.

Hanauer Bote: Herr Darsane, Herr Lindner, was ging Ihnen als erstes durch den Kopf, als Sie die Bilder in Paris gesehen haben?

Darsane: Ich war wirklich schockiert. Extremismus und Gewalt sind mit dem Islam absolut nicht zu vereinbaren, das ist meine tiefe Überzeugung. Es beunruhigt mich, dass es Menschen gibt, die so etwas tun, und ich frage mich, welche Auswirkungen das auf die Muslime und auf die Gesellschaft insgesamt hat.

Lindner: Mein erster Gedanke war: „Was sind das für feige Menschen“. Man setzt sich nicht an einen Tisch und diskutiert, sondern tötet Menschen und beruft sich dabei auch noch auf Gott. Selbst will man nicht, dass einem ein Glaube aufgezwungen wird, und dann versucht man genau das, noch dazu auf so brutale Art und Weise, das macht mich wirklich fassungslos. Die Reaktionen, sei es seitens der Politik oder seitens der Medien, haben mich allerdings positiv überrascht.

Wie wurde all das denn in Ihrer Gemeinde aufgenommen?

Darsane: Natürlich hat uns das ganz intensiv beschäftigt, die Freitagspredigt danach, die wir auch auf unsere Website gestellt haben, war dem Thema gewidmet, daneben haben wir viele Gespräche geführt.

Lindner: Ich hatte auch ein Gespräch mit einem Muslim, der zunächst die Auffassung vertrat, das was in Paris passiert ist, sei richtig. Da war sehr viel Emotionalität im Spiel, es ging auch um das Thema Palästina und ich hatte das Gefühl, dass sich da eine Menge angestaut hat. Wir haben fast eine Stunde diskutiert, und genau das halte ich für extrem wichtig. Jemandem, der mit dem Stift kämpft, kannst du nicht mit der Waffe entgegentreten, man kann sowas ablehnen, aber eben nicht auf einer solchen Ebene. Ich bin ja hier in Deutschland aufgewachsen, und was ich immer schon geschätzt habe, ist unsere Streitkultur, dass man sich sachlich und mit Argumenten auseinandersetzen kann, ohne gleich emotional zu werden. Das ist aber eine Sache, die die muslimische Community erst mal lernen muss, dass man wirklich sagt: Wir müssen über gewisse Dinge auch mal reden.

Fühlen Sie persönlich sich durch Karikaturen, wie sie das Magazin Charlie Hebdo zeigt, verletzt?

Lindner: Definitiv nicht, aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Ich bin mit Humor aufgewachsen und Satire ist eben auch oft einfach ein Spiegel, den man vorgehalten bekommt. Natürlich hat da jeder seine ganz persönliche Grenze, meine eigene ist damit jedenfalls nicht überschritten. Dieser ganze Aufruhr wegen ein paar Zeichnungen, das hatten wir ja schon, also bitte, Leute, ich habe zwei Kinder, die bringen mich vielleicht manchmal aus der Ruhe, aber doch nicht sowas.

Darsane: Mich persönlich hat das nicht verletzt oder wütend gemacht, allerdings respektiere ich auch, wenn Menschen das anders sehen. Muslime sind ja oft auch sehr, sehr emotional. Das muss man natürlich akzeptieren und auch diskutieren – aber eben sachlich.

Wie stehen Sie denn zu der vieldiskutierten Ausstellung der Karikaturisten Achim Greser und Heribert Lenz in Hanau?

Darsane: Wir haben uns kürzlich zwei islamkritische Karikaturen aus der Ausstellung angeschaut und mussten selber lachen – weil sie amüsant und auch realistisch sind. Wir haben damit kein Problem, vielleicht regt das zum Dialog an, was wir als positiv werten. Aus unserer Sicht sollte die Ausstellung stattfinden.

Was beunruhigt Sie persönlich mehr: dass Fanatiker das Bild einer ganzen Glaubensgemeinschaft beschädigen oder dass Menschen gegen eine vermeintliche Islamisierung des Abendlandes auf die Straße gehen?

Darsane: Beides ist ja miteinander verknüpft, das eine passiert und das andere ist die Reaktion. Beides besorgt mich, aber traurig macht mich, dass der islamistische Terror das Bild des Islam zerstört.

Lindner: Das sehe ich anders, für mich sind das zwei ganz unterschiedliche Dinge. Ich bringe Pegida und seine Ableger nicht mit Vorfällen wie denen in Frankreich in Verbindung, sondern eher mit Unwissenheit. Manche Leute, die da in Leipzig auf die Straße gehen, haben ja noch nie einen Muslim gesehen, insofern liegt da die Verantwortung ein Stück weit auch bei uns, die Leute aufzuklären: Hallo, ich bin Muslim, so denke ich, so lebe ich. Ich denke aber, dass unsere Gesellschaft stark genug ist, das auszuhalten. Wir müssen uns dem stellen, aber das können wir, ganz getrost.

Haben Sie persönlich Angst vor Übergriffen? Haben Sie selbst schon Anfeindungen erlebt?

Lindner: Mir sieht man meinen Glauben ja nicht an …

Darsane: … Ja, und Bart tragen ist ja gerade in, insofern bin auch ich nicht auf den ersten Blick als Muslim zu identifizieren (lacht). Meine Frau hat allerdings schon so ihre Erfahrungen gemacht, nicht nach den jüngsten Ereignissen in Paris, aber immer mal wieder kommt da schon ein blöder Kommentar.

Spüren Sie einen wachsenden gesellschaftlichen Druck, sich für Ihren Glauben rechtfertigen zu müssen?

Darsane: Ich werde gerade von Kollegen öfter mal angesprochen und gefragt, wie es sein kann, dass solche Dinge passieren im Namen der Religion, der ich angehöre. Dem muss man offen gegenüberstehen. Ich empfinde es eher als Bereicherung, wenn ich mit anderen über meine Religion sprechen kann. Manchmal ist es zugegeben nicht ganz einfach, wenn man schon von vornherein eine ablehnende Haltung oder Vorurteile spürt, aber es ist ja zugleich auch die Chance, die zu widerlegen.

Muslime betonen, dass der Islam eine friedliebende Religion ist. Ist dann das eigentliche Problem, dass es so viele unterschiedliche Auslegungsarten gibt?

Lindner: Der Islam ist an Ort, Zeit und Umstand gebunden, das wird mitunter nicht so gelebt. Die Gesellschaft verändert sich, und da tauchen zwangsläufig Fragen auf, die sich früher einfach nicht gestellt haben. Darf meine Tochter am Schwimmunterricht teilnehmen? Wie sieht’s mit Sexualkunde aus? Das steht natürlich so nicht im Koran, und viele Gläubige sind dann verunsichert und wählen den härteren Weg, weil sie sich dann auf der sicheren Seite wähnen. Dabei sind wir ausdrücklich angehalten, es uns leichter zu machen. Das Problem zwischen der islamischen und der westlichen Welt ist aber in der Tat nicht zuletzt auch ein innerislamisches, es gibt unterschiedliche Ansichten und die existieren eben nicht friedlich nebeneinander, weil jeder die absolute Richtigkeit für seine Sicht beansprucht.

Darsane: Und eben jene Zerrissenheit nehmen auch Nichtmuslime wahr, und fragen sich, was bei uns los ist. Das ist ein Problem, das uns sozusagen von innen zerstört. Daneben glauben manche Leute, sie können sich hinstellen und den Koran interpretieren. Doch dafür gibt es Großgelehrte, geistige Führer, deren Rechtssprüche für bestimmte Sachverhalte gelten. Doch manche hebeln das einfach aus, indem sie mehrheitlich anerkannte Gelehrte ablehnen. Es ist außerdem ein grundsätzlich falsches Verständnis vom Islam, wenn man meint, man kann sich einfach das herauspicken, was einem gerade in den Kram passt – und genauso verfahren ja letztlich radikale Islamisten. Die Barmherzigkeit zu der wir angehalten sind, der Nachbar, den man respektieren soll, das wird komplett ausgeblendet. Aber eine Religion gibt es nun mal nur als Gesamtpaket.

Laut Koran dürfen sich Gläubige verteidigen, was offenbar radikalisierten Islamisten genügt, um ihr Tun zu legitimieren. Wenn das richtige Verständnis insbesondere auf einer sachlichen und auch kontextabhängigen Interpretation beruht, muss dann nicht noch viel mehr getan werden in Sachen gemeinsamer Koran-Exegese in Moscheen und/oder Vereinen und insbesondere in der Jugendarbeit?

Lindner: Das ist extrem wichtig, ja. Wir brauchen definitiv Unterstützung, auch von städtischer Seite, denn nicht zuletzt hängt das ja auch immer an finanziellen Mitteln. Auch aus Hanau sind mittlerweile mehrere junge Leute nach Syrien gegangen, das ist kein Geheimnis. Es gibt also auch hier dringenden Handlungsbedarf, aber das ist natürlich auch eine Frage finanzieller und personeller Ressourcen. Für uns ist das ja auch ein ganz fremdes Terrain, dafür sind wir auch gar nicht ausgebildet. Als wir vor sechs, sieben Jahren mit ein paar Infoständen und Vorträgen angefangen haben, haben wir gesagt, wir schauen mal, was wir hier auf die Beine stellen können. Aber es ist jetzt nicht mehr, wie damals, das Thema hat inzwischen ganz andere Dimensionen angenommen.

Junge Menschen, die sich radikalisieren und im vermeintlichen Namen Allahs kämpfen – wo sehen Sie die Gründe für solche Entwicklungen? Sind das immer die, die Hass auf unsere westliche Gesellschaft spüren, weil sie sich in ihr als Verlierer fühlen?

Lindner: Es sind sicher viele darunter, die hier nicht Fuß fassen und dann versuchen, die Schuld auf die Gesellschaft zu schieben. Die westliche Welt, in der man alle Vorzüge genießt, wird auf einmal zum Feindbild. Und dann kommen Leute, die genau wissen, auf welche Knöpfe sie drücken müssen. Daneben ist auch das Internet ein großes Problem, weil sich gerade junge Leute durch einschlägige Seiten klicken und ein ganz falsches Bild vom Islam bekommen. Dabei wird viel mit Emotionen gespielt.

Darsane: Genau das ist ein weiterer Punkt: Menschen, die generell wenig über den Islam wissen und sich vor allem von Emotionen leiten lassen. Die sehen Bilder im Internet, von toten Kindern in Syrien und dann wird an ihr Mitgefühl für die Glaubensbrüder appelliert, nach dem Motto: Wie kannst du das zulassen? Sie fühlen sich verpflichtet, zu helfen und meinen auch noch, damit etwas Gutes zu tun. Unwissenheit ist dabei die Wurzel allen Übels.

Und was kann man konkret tun, um zu verhindern, dass Jugendliche sich die Antworten auf ihre Fragen in zweifelhaften Foren im Netz suchen?

Lindner: Das funktioniert letztendlich nur über den Dialog. Die Gemeinden sprechen nicht gern darüber, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass es auch hier in Hanau Gruppen gibt, die gezielt versuchen, junge Leute anzuwerben. Wir sind inzwischen in Kontakt mit der evangelischen Kirche in Steinheim und dem Runden Tisch der Religionen und versuchen hier, ein Netzwerk aufzubauen. Wir beraten uns in ganz unterschiedlichen Fragen, da geht es um Ernährung im Kindergarten, aber auch um den Umgang mit Jugendlichen, die zum Beispiel in der Schule bereits radikale Tendenzen zeigen.

Darsane: Die muslimische Community hier kennt sich ja, man bekommt viel mit, auch wenn man die Leute nicht persönlich kennt. Da hört man auch von dem einen oder anderen, der anfängt, sich abzukapseln. Vor einem Jahr hatten wir deshalb die Idee, uns mit verschiedenen Moscheegemeinden zusammenzutun, um solche Leute zu erreichen. Dazu ist es leider nicht gekommen, und mein persönlicher Eindruck war, dass sich viele Moscheegemeinden eher von solchen Problemen distanzieren wollten.

Also ist das etwas, vor dem man lieber die Augen verschließt?

Darsane: Da ist natürlich eine gewisse Angst da, mit solchen Sachen in Verbindung gebracht zu werden. Ich habe zum Beispiel auch schon mitbekommen, dass einigen Leuten Hausverbot erteilt wurde, aber ich finde, das ist der falsche Weg. Man muss mit den Jugendlichen arbeiten, versuchen, sie noch zu erreichen. Das erfordert aber auch die Bereitschaft, offen über dieses Thema zu sprechen und auch bei Meinungsverschiedenheiten nicht gleich beleidigt zu sein.

Der Terror im Namen Allahs wird von muslimischen Verbänden ganz klar verurteilt, dennoch sind viele Muslime der Auffassung, Islamismus habe nichts mit dem Islam zu tun. Macht man es sich damit nicht ein bisschen zu einfach?

Lindner: Die Gesellschaft hat ein Recht, Angst zu haben. Und sie hat ein Recht, Fragen zu stellen. Dem müssen wir uns stellen, ganz klar. Ich persönlich kann es nicht hinnehmen, dass diese Menschen in meinem Namen diese Dinge tun, insofern ist Islamismus auch mein Problem. Mein Verständnis ist, dass das meine Geschwister im Glauben sind, und auch wenn sie vollkommen falsch liegen, muss ich mich ihnen annehmen und kann ihnen nicht einfach den Rücken zuwenden.
Sie haben im Dezember 2013 das Islamische Informations- und Begegnungszentrum ins Leben gerufen, das durch mehr Transparenz ausdrücklich auch den Dialog mit der nichtmuslimischen Bevölkerung fördern will. Wo genau setzen Sie an?

Darsane: Wir waren vorher dem Islamischen Arbeiterverein angeschlossen, unser Fokus lag dabei von Anfang an auf dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit, wir haben immer das Gespräch gesucht, und zwar sowohl mit Muslimen als auch mit Nicht-Muslimen. Daneben war uns wichtig, die Predigten auf Deutsch anzubieten, und das war letztlich der ausschlaggebende Punkt, selbst einen Verein zu gründen. Das war auch ein Generationenkonflikt, die älteren Muslime bevorzugen da ganz klar die Predigt in arabischer Sprache.

Lindner: Neben der Sprache ging es aber auch darum, dass wir raus wollten aus den Moscheen, die voller Staub sind – und uns mit der Realität auseinandersetzen. Die Räumlichkeiten sind klein und nicht unbedingt was zum Vorzeigen, aber zu den Freitagspredigten kommen immer so um die 50 vor allem junge Leute. Daneben bieten wir Workshops für Muslime und Moscheeführungen für Interessierte, aktuell planen wir auch, direkt in Schulen zu gehen, um das Gespräch zu suchen.

Das gerade in der Politik viel zitierte gute Zusammenleben der verschiedenen Religionen in Deutschland scheint oft eher ein Nebeneinanderherleben, das Interesse am jeweils anderen eher gering. Wie kann man dem begegnen?

Darsane: Der interreligiöse Dialog ist extrem wichtig, ohne Gespräche wird es nicht funktionieren. In der Zusammenarbeit beim Runden Tisch der Religionen oder auch mit der evangelischen Kirchengemeinde Steinheim gibt es keine Berührungsängste, wenn wir es schaffen, das in die Gesellschaft zu tragen, wäre das schon ein großer Schritt. Wir sind jedenfalls für alles offen, und wir müssen etwas tun, auch wenn es vielleicht erstmal nur ganz kleine Dinge sind. Wir dürfen uns jedenfalls von der Größe der Verantwortung nicht abschrecken lassen.

Nachbarschaftliches Miteinander

Ein harmonisches nachbarschaftliches Miteinander ist für Muslime überaus wichtig, unabhängig davon, welcher Religion die Nachbarn angehören. Im Quran ist nämlich der Muslim dazu angehalten, all seinen Nachbarn – den muslimischen wie auch allen anderen – Wohltaten zu erweisen:

Und dient Allah und stellt Ihm nichts zur Seite, und erweist den Eltern Wohltaten und ebenso den Verwandten, den Waisen und Armen, den nahestehenden Nachbarn und den fernen Nachbarn, und dem Gefährten an eurer Seite und dem Reisenden und den Unfreien. Wahrlich, Allah liebt nicht die, die überheblich und stolz sind.— 4:36

Dieser Vers wird der Eingottglauben und der Gottesdienst frei von jeglicher Beigesellung mit der Nachbarschaftspflege verknüpft. Dies ist eines von vielen Beispielen, in denen die Verbindung der Glaubensüberzeugung mit Wohltatenerweisung gegenüber der Nachbarschaft deutlich wird.

Ohne Widerspruch zu erfahren haben klassische Quran- Kommentatoren festgehalten, dass mit den fernen Nachbarn unter anderen gültigen Bedeutungen auch nichtmuslimische Nachbarn gemeint sind. Ebenso wird durch den Quran das Verständnis vom Begriff Nachbar in dem Sinne erweitert, dass man darunter mehr Mitmensch verstehen sollte, da der Quran stellenweise alle Einwohner der Kleinstadt Medinas als Nachbarn bezeichnete (33:60) – und Medina war damals eine Stadt von mindestens 10.000 Einwohnern.1

Auch der Gesandte Allahs Muhammad (saw) betonte die Wichtigkeit einer harmonischen Nachbarschaft und hielt Rechte und Pflichten für Nachbarn fest. Im Folgenden nun ein Ausschnitt dieser:
•Zunächst einmal darf der Muslim seinem Nachbarn nicht nur keinen Schaden zufügen, vielmehr muss er sich um dessen gute Behandlung bemühen. Anderes würde gemäß den Worten des Propheten (saw) seiner Glaubensüberzeugung widersprechen:

Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht.“ Der Prophet (saw) wurde gefragt: „Wer, O Gesandter Allahs!?“ Er sagte: „Einer, dessen Nachbar nicht sicher ist vor seiner Bosheit.“— Bukhari und Muslim

Wer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag, soll seinen Nachbarn gut behandeln; und wer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag, soll seinen Gast großzügig behandeln; und wer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag, soll Gutes sprechen oder schweigen!— Muslim

Keine Tat, die dem Nachbarn schadet, kann als unbedeutend gelten.— Tabaraani, hasan

Kann man den Stellenwert der Nachbarschaftspflege höher ehren?
•Auch gehört das Grüßen mit einem schönen Gruß zu den Rechten des Nachbarn. Allah Der Erhabene sagt im Quran:

…Übe Nachsicht mit ihnen und sag: `Friede!` ….— 43:89
•Dem Nachbarn mit einem freundlichen Gesicht begegnen. Dies ergibt sich aus dem Quranvers:

Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiss, Allah liebt die Gerechten.— 60:8
•Nach dem Wohlbefinden des Nachbarn zu fragen und ihm Hilfe zukommen lassen, denn der Gesandte Allahs Muhammad (saw) sagte:

Die besten Gefährte sind diejenigen, welche am besten zu ihren Gefährten sind und die besten Nachbarn sind diejenigen, welche am besten zu ihren Nachbarn sind.— Tirmidhi, nach Al- Albaani authentisch

Wer satt ist, während sein Nachbar hungrig ist, ist nicht wahrhaftig gläubig.— Bukhari

Weiterhin sagte der Gesandte Allahs (saw):

Lasst keinen Nachbarn seinem unmittelbaren Nachbarn verbieten, seine Dachsparren an der eigenen Wand zu befestigen.— Bukhari und Muslim
•Weiterhin hat der Nachbar das Vorkaufsrecht, was nach einigen Gelehrten nicht nur im moralischen, sondern auch im rechtlichen Sinne zu verstehen ist. Wenn man also seine Wohnung verkaufen möchte, so hat zunächst der Nachbar ein Anrecht darauf, diese durch den gängigen Preis zu erwerben. Der Gesandte Allahs Muhammad (saw) sagte dazu:

Wer eine Wand mit einem Nachbar teilt, so darf er nicht verkaufen, bis er seinem Nachbarn ein Angebot unterbreitete.— Ahmad
•Dem Nachbarn Geschenke zukommen lassen, gemäß den Worten des Gesandten (saw):

Wenn du Suppe zubereitest, gib viel Wasser hinein und dann schau, wie es der Familie deines Nachbarn geht, und gib auch ihr davon.— Muslim

Ebenfalls ist bekannt, dass der Prophet (saw) Abu Sufjan mit Datteln aus Medina beschenkte, und zwar im Rahmen einer kriegerischen Auseinandersetzung. Dies wurde u.A. von As- Sarkhasy in seinem Werk Al- Mabsuut dokumentiert.)

Genauso wie man zu beschenken hat, soll man auch einempfangenes Geschenk anerkennen und aufgrund dessen auch Freude zeigen – selbst wenn das Überbrachte an sich nicht freudenstiftend ist. Der Prophet (saw) sagte diesbezüglich sinngemäß:

Kein Nachbar soll (das Geschenk) seines Nachbarn verachten, und wenn es ein Schafsfuß wäre.— Bukhari

Einst wies Abdullah ibn Amr, ein berühmter Gefährte des Propheten Muhammad (saw) seinen Bediensteten dazu an, bei der Verteilung seines frisch geschlachteten Fleisches zuerst seinem jüdischen Nachbarn zu geben. Der Bedienstete fragte Abdullah diesbezüglich und dieser erwiderte ihm mit der Aussage des Propheten Muhammad (saw):

Der Engel Jibriel (Gabriel) hat mich so unnachgiebig dazu aufgefordert, wohltätig zu meinem Nachbarn zu sein, dass ich dachte, er würde ihn zu meinem Erben machen.

In den vorangegangenen Worten des Propheten (saw) ist eine enge Bindung zwischen erbberechtigten Verwandten und den Nachbarn hergestellt worden. Dies sollte jedoch nicht weiter verwundern, schließlich sieht man seine Nachbarn im Alltag häufiger als manchen entfernt wohnenden Verwandten. Abdullah ibn Amr verstand es, diese Worte richtig umzusetzen indem er mit der Gunsterweisung und Beschenkung anfing. (Bukhari)
•Ihm Gutes zu wünschen

Uqbahibn Amir, Prophetengefährte und u.a. Statthalter Ägyptens für drei Jahre, sprach beispielsweise zu einer Gelegenheit folgendes Bittgebet für einen der nichtmuslimischen Einwohner:

Möge Allah dir ein langes Leben, reichlich Vermögen und viele Kinder schenken.— Bukhari; Al-Adab Al-Mufrad

Um das quranische Gebot und die prophetischen Aussprüche hier und heute – in einer politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich komplexen Situation – umsetzen zu können, ist es wichtig, dass wir als Bürger dieses Landes nicht nur Vorurteile auf allen Seiten ausräumen und über die gemeinsam geteilten moralischen Prinzipien sprechen, sondern sie auch gemeinsam nachbarschaftlich ausleben und einander überall helfen, wo wir nur können.

Aufklärungs- und Dialogarbeit ist an dieser Stelle wichtig, weil durch sie Vorurteile auf allen Seiten abgebaut werden, womit auch ein Stück weit gesellschaftlicher Frieden ermöglicht bzw. erreicht wird – etwas was in unser aller Interesse liegt.

Dialogarbeit wird auch immer wichtig bleiben, weil diejenigen, die ihn benötigen um ihre Vorurteile abbauen zu können, trotz aller Arbeit nicht weniger zu werden scheinen….

Ein produktives Miteinander ist viel wirksamer als ein friedliches Nebeneinander.

Die islamischen Urquellen – der Quran und das authentisch dokumentierte Leben des Propheten Muhammad (saw) – stellen Muslimen die hierfür benötigten Grundlagen bereit.

Im Quran beispielsweise ist festgehalten:

Befehlt ihr denn den Menschen Güte, während ihr euch selbst vergesst, wo ihr doch die Schrift lest? Begreift ihr denn nicht?— 2:44

Wollen wir nicht alle, dass Vorurteile nicht unseren Alltag dominieren? Leben wir nicht alle besser, wenn Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft verwirklicht werden? Hierfür müssen wir allerdings etwas leisten – auch mit dem Wissen, dass Scharfmacher gerne das gesellschaftliche Klima vergiften um davon verschiedenst zu profitieren.

Weiterhin heißt es im Quran:

Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiss, Allah liebt die Gerechten.— 60:8

Die Formulierung Allah verbietet euch nicht sollte an dieser Stelle nicht irritieren, den Güte auszuüben ist ein Gebot, keine Option:

Ähnlich formuliert wurde auch der Sa`i, eine unerlässliche Pflichthandlung der Pilgerfahrt nach Mekka:

Gewiss, as-Safa und al-Marwa gehören zu den (Orten der) Kulthandlungen Allahs. Wenn einer die Pilgerfahrt zum Hause oder die Besuchsfahrt vollzieht, so ist es keine Sünde für ihn, wenn er zwischen ihnen beiden den Umgang macht. Und wer freiwillig Gutes tut, so ist Allah Dankbar und Allwissend.— 2:158

Das Gebot der Güte ist weiterhin deutlich im Quran wie folgt festgehalten:

Ist der Lohn des Guten nicht ebenfalls das Gute?— 55:60

Um den Stellenwert des in den Versen 2:44 und 60:8, (in verschiedenen grammatikalischen Formen) stets verwendeten Worts Güte, welches an jeweiligen Stellen fett gedruckt wurde (im Arabischen: Al- Birr), näher zu erläutern, mögen folgende Verse des Qurans angeführt sein:

Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz – obwohl man ihn liebt – der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe entrichtet; und diejenigen, die ihre Verpflichtung einhalten, wenn sie eine eingegangen sind, und diejenigen, die standhaft bleiben in Not, Leid und in Kriegszeiten, das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen.— 2:177

…dient niemandem außer Allah und zu den Eltern sollt ihr gütig sein und zu den Verwandten, den Waisen und den Armen! Und sagt Gutes zu den Menschen, verrichtet das Gebet und entrichtet die Abgabe…— 2:83

Güte kennzeichnet im Quran also nicht nur die Beziehung zwischen Allahund Seinen Dienern sowie die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, sondern Güte soll auch die Beziehungen zwischen dem Muslimen und allen die ihnen friedlich gesinnt sind durchdringen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Allah auch für Sich Selbst den Namen Al- Barr – Der Gütige – gewählt hat:

Gewiss, Er ist ja der Gütige und Barmherzige.— 52:28

Bekannt ist unter Muslimen, dass eine Kategorie an Namen Allahs, Des Erhabenen gibt, deren darin enthaltenen Eigenschaft man im Menschenmöglichen in sich erziehe sollte. Zweifelslos ist dies bei der Eigenschaft der Güte der Fall.

Für Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gemeinsam einzutreten, sind also Grundlagen vorhanden. Gelegenheiten sind genügend da, wo der Wille vorhanden ist. Um letzteren zu bilden, ist diese Abhandlung geschrieben worden – und wird sich der Verbreitung erfreuen

Auf ein Gelingen dessen – InshaAllah

Islam und sein würdiger Umgang mit Menschen mit Behinderungen

Die Liebe Allahs Seiner vielfältigen Schöpfung gegenüber wird unter anderem in den folgenden Versen deutlich:

Und zu Seinen Zeichen gehört die Erschaffung der Himmel und der Erde und auch die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Darin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden.— 30:22

O ihr Menschen, wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennenlernen mögt. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist.— 49:13

Dabei ist das einzige Maß, wonach Gott die Menschen bewertet, die zuletzt erwähnte Gottesehrfurcht. Dies wird auch durch die folgenden Worte des Propheten (saw) bestätigt.

Allah schaut nicht auf eure Gestalten und eure Güter, sondern auf eure Herzen und Taten.— Muslim

Um diese Vielfalt zu ehren und zu schützen, verbot Gott im Quran, dass die Würde anderer angegriffen wird:

O ihr Gläubigen, die einen sollen nicht über die anderen spotten, vielleicht sind eben diese besser als sie. Auch sollen nicht Frauen über andere Frauen spotten, vielleicht sind eben diese besser als sie. Und beleidigt euch nicht gegenseitig durch Gesten und bewerft euch nicht gegenseitig mit hässlichen Beinamen (…).— 49:11

Der Islam lehrt uns ein anderes Verständnis und ändert unsere Wahrnehmung bezüglich der Schwachen im Allgemeinen – heute würden wir sagen Menschen in besonderen Lebenslagen, denn der Gesandte Allahs Muhammad (saw) sagte:

Denkt daran! Nur wegen der Schwachen unter euch wird euch geholfen und euch Lebensunterhalt von Gott gewährt.— Bukhari

Allah segnet also eine Gesellschaft, in der Solidarität und Barmherzigkeit gelebt wird – und beide Werte lassen sich nur daran messen, inwiefern den Schwachen geholfen wird.

Um für einen alltäglich ungezwungen Umgang zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderung zu sorgen, offenbarte Allah folgenden Vers:

Es gibt für den Blinden keinen Grund zur Bedrängnis, es gibt für den Hinkenden keinen Grund zur Bedrängnis, es gibt für den Kranken keinen Grund zur Bedrängnis…— 24:61

Beispiele von Menschen mit körperlichen Einschränkungen aus der Frühzeit des Islam bis zum heutigen Tag

Abdullah ibn Masud (ra) wurde eines Tages wegen seiner dünnen Statur ausgelacht. Als der Prophet (saw) davon hörte, sagte er, dass am Tage des Gerichts die Füße von Abdullah ibn Masud (ra) in der Waage der guten Taten schwerer wiegen werden als der Berg namens Uhud.

Ata ibn Abi Rabah ist 33 Jahre nach der Auswanderung des Propheten (saw) geboren. Er war Sohn einer nubischen Familie, d.h. er hatte eine dunklere Hautfarbe im Vergleich zu den anderen Arabern. Darüber hinaus musste er sein Leben mit einer Lähmung meistern. Zu seiner Behinderung und seiner nicht-arabischen Abstammung kam noch hinzu, dass seine Vorfahren ehemalige Kriegsgefangene waren. All dies hielt ihn nicht davon ab, zum Mufti Mekkas aufzusteigen. (Ein Mufti ist der offiziell zuständige Richter für religiöse Rechtsfragen.)

Der Prophetengefährte Julaybib (ra) war kleinwüchsig und seine Abstammung war nicht bekannt – etwas, was unter den damaligen Arabern als großer Makel galt. So überraschte es nicht, dass er in der Zeit vor dem Islam von der Gesellschaft gemieden wurde. Der Prophet Muhammad (saw) jedoch legte erfolgreich Fürsprache in Sachen Heirat für ihn ein. Tatsächlich führten Julaybib (ra) und seine Frau daraufhin ein glückliches Familienleben.

Der Prophetengefährte Ibn Abbas (ra) berichtete von einer Frau, die Gott mit Epilepsie prüfte und er gab die Worte des Propheten (saw) weiter, dass wenn sie die Prüfung Gottes mit Geduld angeht, sie dadurch das Paradies erlangen wird. Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass die Prüfung sie nicht daran gehindert hat, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen – sie wurde direkt an der Kaaba gesehen, dem Gotteshaus, was vom Propheten Ibrahim (Abraham, as) erbaut wurde.— Bukhari

Ibn Um Maktuum (ra) war blind, jedoch erfuhr er als einziger die Ehre, ein Gebetsrufer für den Propheten (saw) sein zu dürfen und ihn in seiner Abwesenheit bei der Leitung der Gebete zu vertreten.

Im Quran sowie im Leben des Propheten Muhammad (saw) ist das Sozialstaatsprinzip verankert. Es ist geschichtlich festgehalten, dass muslimische Herrscher am Anfang des 8. Jahrhunderts hiesiger Zeitrechnung finanzielle, wie auch andere Hilfeleistungen für Bedürftigen garantierten. Dazu zählen Begleiter für Menschen mit Erblindung und Bedienstete für Menschen, die gelähmt waren.1

Im osmanischen Reich des 16. und 17. Jahrhunderts haben Taubstumme am Hof gearbeitet und sich durch Gebärdensprache verständigt und ihre Zeichensprache Höflingen, wie auch Sultanen beigebracht. Dies geschah zu einer Zeit, in der in Europa die Denk- und Lernfähigkeit Gehörloser immer noch debattiert wurde.2

Der heutige Großmufti Saudi Arabiens ist seit1960 blind, wie auch sein Vorgänger, welcher die letzten 50 Jahre seines Lebens mit dieser Prüfung verbrachte.

Lebensprüfungen als Quelle der Barmherzigkeit

Prüfungen des Schicksals gehören zum Leben dazu und mit diesen sind viele Weisheiten des Schöpfers und auch Barmherzigkeit verbunden – entgegen dem, was einige abergläubische Gedanken nahelegen könnten. Deswegen klärte der Prophet Muhammad (saw) diesbezüglich mit seinen Worten auf:

Niemals wird der Muslim Anstrengung, Krankheit, Trübsal, Kummer, Übel oder Schaden erleiden, selbst wenn ihn nur ein Dorn sticht, ohne dass Allah ihm dies als Sühne für seine Sünden zurechnet.— Bukhari

Wem Allah Gutes zuteilwerden lassen will, den prüft er.— Bukhari, Nr. 5645

Allah verspricht im Quran jedoch auch, dass mit jeder Prüfung auch Erleichterung einhergeht und dass alle Menschen ebenfalls mit den Fügungen des Schicksals umgehen können, bzw. könnten, wenn sie sich bemühen würden:

Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag.— 2:286

Also gewiss, mit der Erschwernis geht Erleichterung einher, gewiss, mit der Erschwernis geht Erleichterung einher.— 94:5-6

Gelehrte, unter ihnen Ibn Hasm, haben festgehalten, dass auf Menschen, die geistig nicht zurechnungsfähig sind, das Paradies wartet, gemäß den Worten des Propheten Muhammad (saw):

Der Stift ist von drei Personengruppen enthoben: Kindern, bis sie die Pubertät erreichen, Schlafende, bis sie aufwachen und geistig nicht Zurechnungsfähige, bis sie einen klaren Verstand erlangen.— Abu Dawud, Nr. 4402

Fazit

Wir können nun also festhalten, dass der Islam Respekt und Barmherzigkeit gegenüber Menschen mit Behinderungen lehrt und gleichzeitig eine Gesellschaftsform fordert und fördert, in welcher verwirklicht wird, dass Menschen mit Behinderungen gemäß ihren Bedürfnissen unterstützt werden und gemäß ihren Fähigkeiten am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

 

Das Ökumenische Forum – Muslime und Christen in Steinheim

Unter dem Titel „Muslime und Christen in Steinheim“ lädt der ökumenische Arbeitskreis der drei Steinheimer Kirchengemeinden am Dienstag, 20. Mai, ein. Beginn ist um 20 Uhr im Steinheimer Familien- und Generationenzentrum, Ludwigstraße 27 bis 31.

Der Gesprächsabend beginnt mit einem Austausch über das Thema: „Was hat mein Glaube mit meinem Alltag zu tun, und was kann ich damit machen?“ Der Abend wird moderiert von Pfarrer Carsten Tag, dem Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau. Eingeladen und ihre Teilnahme haben zugesagt die in Steinheim wohnenden Vertreter Behlül Yilmaz mit den Mitgliedsvereinen des Muslimischen Arbeitskreises Hanau sowie Jaoid Darsane und Jascha Lindner vom Islamischen Informations- und Begegnungszentrum.

Die Veranstalter möchten mit dem Thema Raum geben, sich gegenseitig kennen zu lernen. Gibt es wirklich viele Unterschiede, den Glauben im Alltag, hier bei uns in Steinheim zu leben? Inwieweit leben und handeln wir alle im Sinne der Bergpredigt Jesu Christi? Haben wir gegenseitig Wünsche, und wollen wir uns gegenseitig besuchen. Die Veranstalter möchten einen erfrischenden Abend gestalten, der wenn möglich zu Steinheimer „Gemeinsamkeiten“ führt. Gäste auch aus anderen Religionsgemeinschaften sind herzlich willkommen.

 

20Mai

Eröffnungsveranstaltung des IIB

Liebe Besucher,

am 9. Dezember 2013 findet um 18:00 Uhr die Eröffnungsveranstaltung des Informations- und Begegenungszentrums im Olof-Palme-Haus, Pfarrer-Hufnagel-Straße 2, 63454 Hanau statt, zu der jeder herzlich eingeladen ist.

Das IIB wird sich dort im Rahmen eines Vortrags präsentieren und seine Gäste selbstverständlich auch bewirten, um gemeinsam einen angenehmen Abend verbringen und einen soliden Grundstein für die künftige Zusammenarbeit legen zu können, insha’Allah.

Wir freuen uns!

– IIB-Team

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Assalamu’alaykum & herzlich willkommen!

Alhamdulillah, gepriesen sei Allah.
Wir freuen uns, Ihnen und Euch heute unseren neuen Internetauftritt präsentieren zu können. Nach langer Vorbereitung haben wir es mit Allahs Hilfe geschafft, das Online-Angebot der ehemaligen „Hanauer Muslime“ nicht nur fortzuführen, sondern zu erweitern und, insha’Allah (so Gott will), zu verbessern.

Unsere Website soll Anlaufstelle und Bildungsstätte für Muslime und Nicht-Muslime gleichermaßen sein.
In der Rubrik „Aktivitäten“ befinden sich Freizeitangebote sowie Aufzeichnungen islamischer Vorträge und Freitagspredigten.
Darüber hinaus lassen sich hier Themen, Termine und alles Weitere zu Infoabenden, Infoständen und Moscheeführungen finden.

Schließlich steht in unserer Bibliothek Literatur in digitaler Form zum Download bereit.

Für Feedback sind wir sehr dankbar und wir freuen uns über jede Anregung und konstruktive Kritik.

Viel Freude!

– IIB-Team